Wann erleben wir das Gefühl von Trauer und traurig sein? Wenn wir einen geliebten Menschen durch Tod oder Trennung verlieren, wenn wir durch Krankheit die Unversehrtheit unseres Körpers verlieren, wenn wir unsere Arbeit verlieren, wenn wir unseren Lebenssinn, unsere Visionen und Träume verlieren. Immer dann, wenn wir uns von Vertrautem verabschieden müssen, gehen wir durch den Prozess der Trauer.
Tun wir das auch wirklich? Leben wir unsere eigene lebendige Trauer?
Durch den erlebten Verlust wird unser normaler Lebensrythmus unterbrochen.
Dies erzeugt das Gefühl von Schmerz, Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit,
Einsamkeit vielleicht auch Wut und Schuldgefühle. Wir alle haben das
Recht unserer Trauer soviel Raum zu geben, wie wir dafür benötigen.
In unserem heutigen Alltag ist hier meist kein Platz unserer Trauer und unserem
Schmerz unmittelbar Ausdruck zu geben. Wenn wir jammern und weinen hören
wir oft:
„Das wird schon wieder….reiss dich doch mal zusammen….es
wird schon alles wieder gut …du musst jetzt tapfer sein…“usw.
Viele Menschen wollen unsere Tränen nicht sehen, können unseren
Schmerz nicht ertragen, da es sie an ihren eigenen ungelebten Schmerz erinnert.
Auch uns selbst erscheint der Schmerz oft so stark, dass wir glauben ihn nicht
ertragen zu können. Wir sind nicht bereit, unangenehme Gefühle zu
spüren.
Folglich sind wir darum bemüht unsere Gefühle zu unterdrücken, tapfer zu sein, stark zu sein und beherbergen solche Gefühle über lange Zeit in uns. Wir schneiden uns von unseren Gefühlen ab und opfern hierfür unsere Lebendigkeit. Unsere Trauer kann nicht auf Dauer verdrängt werden, oft verlagert sie sich und sucht sich einen anderen Weg des Ausdrucks. Zum Beispiel in einer Depression und/oder in psychosomatischen Beschwerden jeglicher Art.
In der Trauerarbeit wird Ihrer Trauer Raum gegeben. Sie haben hier die Möglichkeit in einer vertrauens- und liebevollen Atmosphäre wieder Zugang zu Ihren Gefühlen zu bekommen, diese anzuerkennen und zum Ausdruck zu bringen. Dies bedeutet auch, dass Sie sich aktiv mit einer ungeliebten bzw. ungewollten Realität auseinandersetzen. Es bedeutet ebenso, dass Sie Vergangenes integrieren und die Gegenwart und Zukunft kreativ neu gestalten können. So wird es möglich, das Leben nach dem Verlust zu akzeptieren, neu zu ordnen und Lebensfreude wiederzu-gewinnen. Sich der Traurigkeit und den anderen Gefühlen stellen, das innere Chaos aufräumen, Frieden mit dem Schicksal schließen ist hier der Weg zu Ihrer ursprünglichen Lebendigkeit.
Eine Sitzung dauert zwischen 60 und 90 Minuten.