Wir sind alle Teil eines Familiensystems oder „Netzes“ und mit diesem unabänderlich verbunden. Dieses „Erbe“ wirkt auf unser Handeln, unsere Partner- und Elternschaft, unser Berufsleben, die Gesundheit und auf unserem Lebensweg.
So zeigt sich z.B. dass Kinder durch ihr Verhalten und ihr Schicksal einen Ausgleich herstellen: Sie wollen Ausgeschlossenen oder Vergessenen wieder einen Platz geben und so dafür sorgen, dass das System „ganz“ bleibt.
Die Familienaufstellung gibt uns die Möglichkeit, die Verstrickungen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern anzuschauen, aufzulösen und neue Entscheidungen zu treffen. Durch diese Arbeit können neue Erkenntnisse zu bisher unlösbar erscheinenden Problemen gefunden werden, Partnerschaften neu gestaltet, neuer Zu-gang zu Hintergründen psychosomatischer Erkrankungen gefunden und gute Lösungen im Arbeitsbereich erkannt werden.
Die Teilnehmer/innen wählen aus der Gruppe Stellvertreter für die Familienmitglieder aus, die stellvertretend die Rolle der aufzustellenden Personen übernehmen. So erleben diese auf beeindruckende Weise, wie diese Familienmitglieder sich gefühlt haben müssen. Die Dynamik des „Netzes“ wird durch die Aufstellung sichtbar.
Sie lässt mit allen Sinnen erfahren, welchen Einfluss das „Netz“ auf das Leben des Aufstellenden hat.
Durch Veränderung der Positionen und durch individuelle Lösungssätze entsteht ein neues äußeres und inneres Bild. Diese neue Ordnung kann eine heilsame Grundlage für das Leben werden. Das Lösen der Verstrickungen lässt die natürliche Ordnung wieder entstehen, in der jeder seinen richtigen Platz findet und die tiefe Liebe wieder fließen kann.
Diese Arbeit ist sowohl in Gruppen- als auch in Einzelsitzungen möglich.
Wenn die Familie auf diese Weise in Ordnung gebracht ist, kann der einzelne
aus der Familie hinausgehen. Dann spürt er die Kraft der Familie im Rücken.
Erst wenn die Bindung an die Familie anerkannt ist und die Verantwortung klar
gesehen und verteilt wird, fühlt sich der einzelne entlastet und kann
seinem Eigenen, Besonderen nachgehen, ohne dass ihn das Frühere belastet
und einholt.
(aus: "Ohne Wurzeln keine Flügel")